Juliane Zöllner
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Workshops





Creative Writing – Kurs im Leipziger Osten

Schreiben ist schrecklich asozial. Oft ist natürlich gerade der persönliche Rückzug gewollt. Aber die Einsamkeit kann einen schon ziemlich fertig machen und, noch eine schlechte Nachricht: Dem Schreiben tut es auf Dauer auch nicht gut.

Der fortlaufende Kurs ist für alle gedacht, die kontinuierlich Auseinandersetzung suchen und Lernprozesse machen wollen, nicht nur im Sinne eines Empowerments. Stiltraining, Geschmacksbildung, Selbstkonfrontation, gemeinsame Reflexion von Leseerfahrungen, Wissensaneignung, spielerische Herausforderung, Kritik, Anregung – ich werde für einen abwechslungsreichen Methodenmix sorgen und aus dem Arbeitsgespräch heraus die Inhalte planen. Ich nehme an, dass wir uns mal als textanatomisches Laboratorium, mal als Verein zur Beförderung der Lust am geistigen Experiment, mal als autonome Stadtschreiber oder mal auch einfach als Ameisenhaufen definieren werden, dessen kollektive Intelligenz sich jeder zu nutze machen kann. Auch wer an einem bestimmten Projekt arbeitet und später anfallende Lektoratskosten gering halten will, kann gern vorbeischauen.

Da Textbesprechungen über eine gewisse Phase im Voraus disponiert werden müssen, würde ich mir eine (wenigstens phasenweise) regelmäßige Teilnahme wünschen.

Wann: Ab 15.07. immer samstags 11.00 Uhr –12.30 Uhr. Ausfalltermine: 29.07., 05.08., 09.09.

Kosten: 7 Euro/ 1 Treffen. 50 Euro/ 10 Treffen. Der erste Besuch ist immer kostenlos.

Unverbindlich anmelden (juz@gmx.de) oder einfach vorbeikommen!

Ort: Ludwigstraße 99 04315 Leipzig


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Schreiben nach eigenen Regeln

Schreibworkshop im August

Fassen wir einen Text probeweise als Tanz auf. Tatsächlich bewegen wir uns ja, wenn wir schreiben, physisch und geistig. Wir sind aufmerksam, spontan, witzig, wir denken quer und über die Zeilen hinweg. Im besten Fall wirkt ein Text wie eine lebendige Improvisation, deren Qualität sich zwar genießen, aber kaum beschreiben lässt.

Tänzer setzen sogenannte scores, wenn sie improvisieren. Und Literaten tun etwas Ähnliches. Sie erzählen nicht nur eine Geschichte, sie folgen weiteren unausgesprochenen Regeln, sie fordern sich selbst heraus. Sie werfen, um ein Problem zu lösen, drei weitere auf. Sie folgen ihrem Spieltrieb -- aber was macht dieses Spiel aus?

Während der drei Workshoptage möchte ich euch dazu einladen, neue Zugänge zur Literatur praktisch zu erkunden -- auf jeden Fall aber den Umgang mit Regeln zu erproben, damit ihr vielleicht auch nur bewusster tut, was ihr sowieso schon die ganze Zeit getan habt. Zu erwarten sind keine Anleitungen zum Storytelling. Vielmehr möchte ich eine Beschäftigung mit den literarischen Strategien anregen, die Musils „Fliegenpapier“ oder Becketts „Warten auf Godot“ geformt haben.

Dem Plan nach wird es am Freitagnachmittag, dem 18.08., um Sinn und Irrsinn von Beschreibungen gehen, am Samstag, dem 19.08., um Emotionalität und Affekte und am 20.08. schließlich um das Schreiben nach Regeln im engeren Sinn, nämlich um konzeptuelles Schreiben. Wir werden uns also fragen, inwiefern ein Text unter Spannung stehen kann und was das mit dem geläufigen suspense-Begriff zu tun hat. Wir werden fleißig auf der Straße herumliegende Gegenstände beobachten und abwarten, dass sich in ihnen irgendein Wesenskern entpuppt. Und natürlich werden wir neuartige Sprachsysteme und fremde Welten konstruieren!

Teilnehmer sollten ihre gewohnten Schreibwerkzeuge mitbringen (Laptop?) und sich auf Spaziergänge, allerhand Schreibaufgaben, Experimente, gemeinsame Lektüren und Gespräche einstellen. (Bei schönem Wetter im Innenhof!)

Was das bringt? Hoffentlich viel Anregung und Gelegenheit zur Selbsterkundung, Auseinandersetzung mit dem Phänomen der Literarizität, essenzielles Schreibtraining, Schärfung des Textgefühls, Antwort auf die Fragen: Was bin ich für ein Schreibtyp? Welcher Zugang eignet sich für welchen Stoff? An welchen Fähigkeiten lässt sich individuell noch arbeiten?

Termin: 18.08. 16 bis 20 Uhr + 19.08. 11 bis 16 Uhr + 20.08. 11 bis 16 Uhr

Anmeldung per Mail: juz@gmx.de

Kosten: 50 Euro bzw. 40 Euro für Studierende

Ort: Ludwigstraße 99 04315 Leipzig